4. August 2026 · 2 Min. Lesezeit
5.590 Energiegemeinschaften: Warum jetzt der Moment für Gemeinde-Solar ist

Anfang 2024 gab es in Österreich rund 1.170 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften. Ende 2025 waren es 5.590 — eine Verfünffachung in zwei Jahren, mit Niederösterreich (958) und Oberösterreich (790) an der Spitze. Rechnet man Bürgerenergiegemeinschaften dazu, sind es über 6.500. Das ist keine Nische mehr, sondern eine Bewegung.
Was Energiegemeinschaften für Gemeinden attraktiv macht
Eine Energiegemeinschaft erlaubt es, lokal erzeugten Strom innerhalb der Region zu teilen — zu günstigeren Netzentgelten und mit reduzierten Abgaben. Für Gemeinden ist das aus drei Gründen interessant:
- Wertschöpfung bleibt im Ort: Der Sonnenstrom vom Bauhof-Dach versorgt die Schule, das Feuerwehrhaus und die Haushalte der Bürgerinnen und Bürger — statt anonym ins Netz zu fließen.
- Die Gemeinde wird Akteur, nicht Bittsteller: Wer eigene Anlagen einbringt, gestaltet Preise und Regeln der Gemeinschaft mit.
- Bürgernähe: Kaum ein Projekt macht Energiewende so greifbar wie günstiger Sonnenstrom aus dem eigenen Dorf.
Viele Gemeinden sind bereits Gründungskern „ihrer“ Energiegemeinschaft. Der Bund unterstützt über die Koordinationsstelle Energiegemeinschaften und Förderprogramme des Klima- und Energiefonds.
Der Engpass ist nicht die Nachfrage — es sind die Flächen
So schnell die Gemeinschaften wachsen, so oft stoßen sie an dieselbe Grenze: Es fehlt an Erzeugung. Mitglieder gibt es genug, aber zu wenige Dächer und Flächen, die Strom liefern. Die Suche läuft meist übers Zufallsprinzip — wer kennt wen, welches Dach ist gerade im Gespräch.
Dabei liegt das Potenzial längst da: ungenutzte Hallendächer, Parkplätze, Konversionsflächen. Was fehlt, ist der systematische Blick — welche Flächen in der Gemeinde eignen sich wirklich, wem gehören sie, was kostet die Erschließung, und in welcher Reihenfolge lohnt sich der Ausbau?
Vom Zufallsprinzip zur Datenbasis
Genau hier setzt datenbasiertes Flächen-Scouting an: Statt auf Zuruf einzelne Dächer zu prüfen, wird das gesamte Gemeindegebiet analysiert — Kataster, Sonneneinstrahlung, Netzinfrastruktur, Widmung. Das Ergebnis ist eine priorisierte Liste umsetzbarer Projekte, mit der eine Energiegemeinschaft ihren Ausbau planen kann wie ein Versorger: strategisch statt anekdotisch.
Der Moment ist günstig: Die Strukturen existieren, die Förderkulisse steht, die Akzeptanz ist hoch. Was die 5.590 Gemeinschaften jetzt brauchen, sind die Flächen dazu.
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